In dieser Ausstellung geht es um Geldformen, die weder der Münze noch der Banknote oder dem Buchgeld zuzurechnen sind und die eine der verschiedenen möglichen Geldfunktionen erfüllt haben oder noch erfüllen. Wir wollen sie hier Primärgeld nennen.
Viele dieser Geldformen bis hin zu Frühformen von Münzen, die sich aus Metallbarren oder Gerätegeldern entwickelt haben (wie z. B. Silberbarren, thailändische Tikale oder chinesische Spaten- und Messergelder), hatten eine Funktion im kommerziellen Tauschhandel, nicht wenige aber dienten außer zur Zahlung beim reinen Warentausch vor allem auch als Zahlungsmittel zur Knüpfung sozialer Beziehungen (z.B. als Brautgeld, das die Familie der Braut für den Verlust ihrer Arbeitskraft entschädigen sollte) oder zur Erfüllung sozialer Verpflichtungen, die beispielsweise bei Vergehen, Tod oder bei Friedensschluss entstanden. Sie sorgten für den notwendigen Ausgleich der sozialen Balance in der Gemeinschaft.
Welch tiefe Verwurzelung in der Tradition diese Geldformen haben, kommt darin zum Ausdruck, dass sie z. B. in manchen Teilen Ozeaniens zu sozial wichtigen Anlässen (Heirat, Tod) noch heute als Zahlungsmittel verwendet werden, obwohl für kommerzielle Zwecke längst das moderne Geld Einzug gehalten hat. |