Staatliches Museum für Völkerkunde München
Kunst und Kultur aus Afrika • Asien • Amerika • Ozeanien


 



Dauerausstellungen

 

Neu im Kunstkabinett seit 16. Juni 2010:
Kunstkabinett 4
Im Porträt: Gesichtstatauierungen der Chin-Frauen in Birma
Fotografien von Jens Uwe Parkitny
16. 06 – 31.10.2010

Weiter als der Horizont - Kunst der Welt
Dauerausstellung, Seitenflügel
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Kunst aus Afrika. Themen der Künstler
Dauerausstellung, 2. OG
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Lateinamerika-Ausstellung

Dauerausstellung, 2. OG

Die Ausstellung befindet sich derzeit im Umbau. Die Räume  Archäologie aus Lateinamerika und
Identität und Wandel. Textilien der Maya aus dem Hochland von Guatemala: Die Sammlung Avitabile
sind bereits wieder zu besichtigen.

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Der Nordamerika-Saal. Indianer und Eskimo
Dauerausstellung, 2. OG

ACHTUNG: Wegen Fenstersanierungsarbeiten bleibt der Nordamerika-Saal ab Dienstag, 6. Juli 2010 voraussichtlich bis Oktober 2010 geschlossen.

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Islam
Dauerausstellung, 1. OG

ACHTUNG: Wegen Umbauarbeiten für die Sonderausstellung "Die Aura des Alif - Schriftkunstt im Islam" teilweise geschlossen. Der erste Raum mit dem Durchgang zur Dauerausstellung "Ozeanien - Weltbilder der Südsee" bleibt während der gesamten Umbauzeit geöffnet.

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Ozeanien - Weltbilder der Südsee
Dauerausstellung, 1. OG
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Kunstkabinett 3: Der Blaue Reiter und das Münchner Völkerkundemuseum

11.11. 2009 – 24.05.2010



Weiter als der Horizont - Kunst der Welt

Was ist Kunst? Über diese kurze Frage lässt sich lange und durchaus kontrovers diskutieren. Präzise und allgemeingültige Antworten scheinen jedoch schwierig, wenn nicht gar unmöglich zu sein. Die Bezeichnung "außereuropäische Kunst" - zutreffend auch für Exponate eines ethnologischen Museums - ist gegenwärtig Gegenstand zahlreicher internationaler Veranstaltungen und Forschungsprojekte. Was genau darunter zu verstehen ist, lässt sich jedoch nicht einfach umschreiben.

Mit der Ausstellung "Weiter als der Horizont – Kunst der Welt" geht das Staatliche Museum für Völkerkunde München dieser Frage nach und stellt Objekte aus den Sammlungen des Hauses vor, denen aus verschiedenen Gründen der Rang eines Kunstwerkes zugesprochen wird. Schon bei der ersten Auswahl der Exponate für diese Ausstellung zeichnete sich ab, dass sich kein Kriterienkatalog erstellen ließ, der für alle Sammlungsbereiche zutreffend war. Zu verschieden sind die Vorstellungen von Kunst in den einzelnen Regionen, sofern dort überhaupt ein dem europäischen vergleichbarer Kunstbegriff existiert. Die Auswahl konzentrierte sich deshalb auf Dinge, die wichtige Aspekte des künstlerischen Schaffens der jeweiligen Region vorstellen und die uns Geschichten von den Menschen, von ihrer Herkunftskultur und von der jeweiligen Sicht der Welt erzählen können.

In die Dauerausstellung Weiter als der Horizont – Kunst der Welt integriert ist der Sonderausstellungsbereich Kunstkabinett. Im Kunstkabinett werden in loser Folge wechselnde Ausstellungen präsentiert, die einzelne Aspekte des Grundthemas "Weiter als der Horizont - Kunst der Welt" herausgreifen und akzentuieren.

Neu im Kunstkabinettseit 11.11.2009
Kunstkabinett 3 - Der Blaue Reiter und das Münchner Völkerkundemuseum

Kunstkabinett 1:
Spuren der Heiligkeit. Mystischer Islam in Pakistan
Fotografien von Lukas Werth

Kunstkabinett 2:
Die Kunst des Fälschens. untersucht und aufgedeckt

Wissenschaftliche Auskunft:
Dr. Claudius Müller, Tel. +49-(0)89- 2101 36 126
claudius.mueller@mfv.bayern.de

Kopf des Buddha, Thailand
Kopf des Buddha
Thailand, Suphanburi,
Wat Pe Pratat, 7./9. Jh.


Haube akeri kaha, Brasilien, Mundurucú
Haube akeri kaha
Brasilien, Zentralamazonien, Mundurucú, 1820 oder früher

Katalog zur Ausstellung



Kunst aus Afrika. Themen der Künstler
Die Ausstellung ist zugänglich, befindet sich aber im Umbau

Höfische Bronzekunst aus dem Reich Benin, Palastpfosten der Yoruba, Kraftfiguren aus der Kongoregion, Masken von Mali bis Tansania: Die Afrika-Sammlung des Münchner Museums gehört zu den weltweit bedeutendsten ihrer Art. Nicht von ungefähr suchten die „Blauer Reiter“-Künstler Franz Marc und Wassili Kandinsky hier Inspiration für eigene Arbeiten.

Groß ist das Spektrum der in der Ausstellung zu entdeckenden Werke: Die ältesten Bestände entstammen der Kunstkammer der Wittelsbacher Könige und umfassen filigrane Elfenbeinschnitzereien aus Westafrika. Die neuesten Werke hingegen wurden von bedeutenden zeitgenössischen Künstlern wie Romuald Hazoumé, Sokari Douglas Camp, George Afedzi Hughes oder Senam Okudzeto geschaffen.

Wissenschaftliche Auskunft:
Dr. Stefan Eisenhofer, Tel. +49-(0)89- 2101 36 138
stefan.eisenhofer@mfv.bayern.de

 

 

Kleine Sonderschau in der Afrika-Dauerausstellung  
"Südafrika – von hölzernen Kopfkissen,
Fußball-Fan-Helmen und Plastiktütenküken
"

Das Apartheid-System in Südafrika hatte viele Bereiche des Lebens durchdrungen – auch die Wahrnehmung und Ausstellung der Werke schwarzer Künstler, die bis zur Demokratisierung des Landes im Jahre 1994 weitgehend ignoriert wurden.
Mit dieser kleinen Sonderschau sollen Kunsttraditionen Südafrikas exemplarisch gewürdigt werden – und zwar sowohl traditionelle Werke anhand einer Auswahl von Kopfstützen wie auch zeitgenössische populäre Kunsttraditionen, die häufig auf leicht verfügbare und kostengünstige Materialien zurückgreifen – beispielsweise beim Fußball-Fanhelm auf einen Grubenhelm oder bei den Tierfiguren auf Plastiktüten.
Die kleine Sonderschau ist bis Ende Juli 2010 in der Afrika-Dauerausstellung zu sehen.

 

Afrika im Ohr. Hörgeschichten von Jugendlichen

Woher weiß eigentlich die Vogelspinne, wann der Häuptling stirbt? Welche Geschichte erzählt die Trommel? Welche Magie geht von der Kraftfigur aus? Im Rahmen des neues Projekts "Afrika im Ohr" der Stiftung Zuhören in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Rundfunk haben zwanzig Jugendliche Antworten darauf gefunden. Hören Sie rein - holen Sie sich Afrika ans Ohr!

Die zwanzig Schüler bereiten sich bei der Münchner Volkshochschule auf ihren Schulabschluss vor und kommen aus unterschiedlichen  Kulturen.
Für die Produktion der Hörstücke für das Staatliche Museum für Völkerkunde haben die Jugendlichen drei Monate recherchiert, Hör-spielszenen geschrieben und Interviews geführt. Ihre Gesprächs-partner waren der Trommler Tola Sholana, der Profifußballer Eke Uzoma, der Pfarrer Hans Knöpfli und der Ethnologe Stefan Eisenhofer. In den Studios des Bayerischen Rundfunks saßen die Schüler dann selbst als Sprecher, Rapper oder Sängerin am Mikrofon. Entstanden sind acht sehr unterschiedliche Hörstücke. 

Afrika im Ohr ist ein gemeinsames Projekt der Stiftung Zuhören, des Bayerischen Rundfunks, des Staatlichen Museums für Völkerkunde München und der Münchner Volkshochschule.

Mehr und Hörbeispiele >>>

english


Kraftfigur aus der Yombe-Region, Anonymus, Dem. Rep. Kongo, 2.Hälfte 19. Jhd.

Neu in der Afrika-Dauerausstellung!

Sprechender Schuh "La Source" (2009) von AmouzouGlikpa (geb. 1960, Togo)



Lateinamerika-Ausstellung

Die Ausstellung befindet sich derzeit im Umbau.

Die Räume  Archäologie aus Lateinamerika und
Identität und Wandel. Textilien der Maya aus dem
Hochland von Guatemala: Die Sammlung Avitabile
sind bereits wieder zu besichtigen.

Im ersten Raum sind Keramiken und Objekte aus Gold, Silber, Holz und anderen Materialien zu sehen. Sie stammen aus Fundstätten an der Küste und im Andengebiet des Alten Peru. Die frühesten keramischen Funde reichen bis 1500 v.Chr. zurück. Es handelt sich meist um Grabbeigaben und rituelle Gegenstände. Die Kulturen der Moche, Nasca, Tiahuanaco-Huari und der Inka sind dabei besonders gut dokumentiert.

Die Inka eroberten erst ab 1450 n.Chr. die verschiedenen Kulturen des Alten Peru und gliederten sie in ihr Reich ein. Dieses erstreckte sich bei Ankunft der Spanier im Jahr 1532 über 4000 Kilometer von Ecuador im Norden bis nach Chile im Süden. Kostbare Objekte erzählen von der Götterwelt, von Kampf und Krieg, von Pflanzen, Tieren, Bodenbau und Handwerk.

Der zweite Raum ist der farbenfohen Webkunst des guatemaltekischen Hochlandes gewidmet, die zu der bedeutendsten und vielfältigsten in ganz Lateinamerika zählt. Sie besticht durch ihre aufwendigen Webtechniken und Muster. Frauen stellen die Textilien auf dem Rückengürtelwebgerät her. Dazu zählen huipils genannte Blusen, Gürtelbänder und Tücher. Männer weben auf dem Trittbrettwebstuhl Stoffe für Röcke, Hosen und Hemden.

Die traje, also die traditionelle Kleidung, ist Ausdruck für die kulturelle Identität der Maya. Sie spiegelt politische, soziale und religiöse Umstände wider. Ihre Wurzeln reichen bis weit in die vorspanische Zeit zurück. Zahlreiche Faktoren trugen im Laufe der Jahrhunderte zu Veränderung und Wandel der Webkunst bei, doch die Maya verstanden es, diese bis heute lebendig zu erhalten.

Die Ausstellung zeigt ausgewählte Textilien aus der Sammlung Giuseppe und Gunhild Avitabile, die in den Jahren 1984 bis1986 entstand. Im Jahr 2006 erhielt das Staatliche Museum für Völkerkunde die Sammlung als großzügige Schenkung.

Wissenschaftliche Auskunft:
Dr. Elke Bujok, Tel. +49-(0)89- 2101 36 136
elke.bujok@mfv.bayern.de

Kalkbüchse, Tiwanaku
Kalkbüchse in Form einer Fledermaus, Peru, Tiwanaku, ca. 750 n.Chr.

Moche Keramik
Keramikgefäß, Moche Kultur, Peru, ca. 450 n.Chr.



Der Nordamerika-Saal. Indianer und Eskimo

Die Vielfalt der Traditionen der Indianer und Eskimo und die Vielschichtigkeit ihrer Anpassung an die Umwelt sind zentrale Themen dieser Ausstellung. Nicht nur Jäger, Sammler und Fischer bevölkerten den Kontinent bei Ankunft der Europäer, sondern es wurden auch verschiedene Arten des Anbaus betrieben. Da der Hauptteil der Sammlungen mit den Reisenden des 19. Jhs. ins Museum kam, konzentriert sich die Darstellung auf diese Zeit. Der Bezug zur Gegenwart wird durch die Werke zeitgenössischer Künstler hergestellt.

Die geheimnisvollen Masken der Nordwestküstenindianer bilden einen weiteren Schwerpunkt. Sie führen den Besucher in die mythische Welt der Urzeit, in die komplexe Welt der schamanistischen Rituale.

Die heutige indigene Gesellschaft ist durch eine in europäischen Museen einmalige Sammlung zeitgenössischer Specksteinskulpturen der Inuit (kanadische Eskimo) präsent, die für eine moderne Umsetzung überlieferter Inhalte steht.

Zu thematischen Schwerpunkten wie Religion, Kommunikation, Konflikte, Frauen- und Männerarbeit, Kindererziehung und der Beziehung zur Umwelt sind jeweils Exponate aus verschiedenen Kulturen und Zeiten Nordamerikas zu sehen.

Dank der Sammelleidenschaft der Wittelsbacher, die schon sehr früh auch Alltagsgegenstände erwarben, können die sozialen Verhältnisse lebendig visualisiert werden. Den ältesten erhaltenen Kajak der Welt (1577) kann man im Nordamerika Saal ebenso sehen, wie Teile der Sammlung der Prinzessin Therese von Bayern, die sie von ihrer Amerikareise (1893) mit nach München brachte.

Derzeit ist im Nordamerika-Saal außerdem die Sonderschau Pueblo-Indianer und Indianer in Kalifornien zu sehen.

Wissenschaftliche Auskunft:
Dr. Wolfgang Stein
+49 (0)89-21 01 36-176
wolfgang.stein@mfv.bayern.de

Rabenrassel
Rabenrassel
Nordwest-Küste



Männerhemd, Plains, 19. Jh.


Islam

ACHTUNG:
Wegen Umbauarbeiten für die Sonderausstellung "Die Aura des Alif - Schriftkunstt im Islam" teilweise geschlossen. Der erste Raum mit dem Durchgang zur Dauerausstellung "Ozeanien - Weltbilder der Südsee" bleibt während der gesamten Umbauzeit geöffnet.

Welches allgemeine Verständnis von der Welt haben Muslime? Wie sieht ihr Weltbild aus? Welche Faktoren bestimmen die Identität der Muslime?

Zunächst soll der Mensch ein Diener Gottes sein und im Einklang mit den göttlichen Geboten leben - in einer Welt, die ihm als gute Schöpfung von dem Allmächtigen und Barmherzigen überantwortet wurde. Aufgrund der Religion des Islam, die aktives Handeln fördert, haben Muslime vor allem eine weltbejahende Lebenseinstellung. Diese Weltzugewandtheit und Tatkraft geht auf den arabischen Propheten und Religionsstifter Muhammad (um 570-632 n. Chr.) zurück, der in Medina die im heiligen Buch des Koran geoffenbarten Grundlagen des sozialen Lebens beispielhaft umsetzte. Dazu gehören wesentlich die islamischen Ideale der Gerechtigkeit (adl), des Mitleids und Ausgleichs (ihsan) sowie der Aneignung von Wissen (ilm).

Als Fundament des Glaubens enthält der Koran aber auch Nahrung für die Seele des Menschen. Spiritualität prägt daher sowohl religiöse Vorstellungen und Praktiken, als auch künstlerische Ausdrucksformen und Alltagskultur in ihren unterschiedlichen lokalen Zusammenhängen. Die Dauerausstellung bietet in diesem Sinne eine Einführung in Religion, Kunst und Lebensformen der vom Islam geprägten Kulturen zwischen Atlas und Indus.

Der erste Themenbereich der Ausstellung behandelt die religiöse Welt des Islam. Religiöse Gegenstände kennzeichnen die Bedeutung von Glaube und Gebet - als Visitenkarte des Islam dient insbesondere die monumentale Fliesenfassade einer Moschee aus Pakistan (Mitte 17. Jahrhundert).

Die Präsentation der Kunst der muslimischen Welt erfolgt im zweiten Raum unter den Leitformen von Kalligraphie, floraler und geometrischer Ornamentik sowie figürlichen Darstellungen. Meisterwerke und Kostbarkeiten islamischer Kleinkunst vom 9. bis zum 19. Jahrhundert verdeutlichen das Prophetenwort "Gott ist schön und liebt die Schönheit!" Bei den Künstlern, die diese Schönheit sichtbar (und hörbar) machen, handelt es sich vielfach um Sufis und Derwische.

Im dritten Teil der Dauerausstellung wird die Lebenswelt der Muslime am Beispiel der Regionalkultur des pakistanischen Pandschab gezeigt. Eine großflächige Architekturinszenierung mit einem marmornen Gartenpavillon, der Wandverkleidung eines Heiligenschreins, Grabstelen, Hausportalen, Fenstern und dem Innenhof eines Stadthauses vermitteln als Erlebnisraum ein lebendiges Bild der Alltagskultur zwischen dem 18. und 20. Jahrhundert.

In der anschließenden Ravi Gallery werden im Wechsel kleine Studio-Ausstellungen zu verschiedenen Themen muslimischer Kulturen gezeigt.

Bis April 2010 können Sie die Sonderschau Sufi Poster Art aus Pakistan besuchen.

issenschaftliche Auskunft:
Privatdozent Dr. Jürgen Wasim Frembgen
Tel. +49-(0)89- 2101 36 141
juergen.frembgen@mfv.bayern.de

Segenshand
Standartenaufsatz in Form
einer Segenshand
Karachi/Pakistan, 1.Hälfte 20.Jh.



Die Orient Abteilung hat sich am bundesweiten Projekt Schule@Museum - Virtuell und Interkulturell beteiligt. Mehr Infos unter www.culturalive.de/ schule-museum

Die Orient-Abteilung des Münchner Völkerkundemuseums hat sich an dem bundesweiten Projekt Schule@Museum: Virtuell und Interkulturell beteiligt, das vom Deutschen Museumsbund, dem Bundesverband Museumspädagogik und dem Bund Deutscher Kunsterzieher initiiert wurde. Im Rahmen unserer Islam-Dauerausstellung haben Lehrer und Schüler das Potenzial unseres Museums als Ort vielfältigen kulturellen und künstlerischen Lernens entdeckt. Bitte ersehen Sie Näheres unter der Website www.culturalive.de/schule-museum.



Ozeanien - Weltbilder der Südsee

Zu den bedeutendsten Schätzen des Staatlichen Museums für Völkerkunde München zählen die umfangreichen Südsee-Sammlungen, die seit Jahrzehnten nicht mehr zu sehen waren. Die frühesten Bestände stammen aus Polynesien, und einige dieser seltenen und begehrten Objekte gehen auf die Zeit von Captain Cook, d.h. auf die Zeit vor dem Kontakt der Inselbewohner mit Europäern zurück. Die umfangreichsten der qualitätvollen Sammlungen stammen aus der Kolonialzeit des Deutschen Reiches in Melanesien und Mikronesien, und wurden zwischen 1884 und 1914 zusammengetragen.

Die neue Ausstellung zeigt Objekte aus Indonesien, Melanesien, Mikronesien und Polynesien unter dem Blickwinkel "Weltbilder". Das riesige Gebiet der pazifischen Inseln ist geprägt durch einen gemeinsamen Lebensraum und durch gemeinsame kulturelle Wurzeln. Die Menschen leben von Fischfang und Landwirtschaft, und viele der Gebrauchsgegenstände lassen in der Gestaltung Aspekte ihres Weltbildes erkennen. Die Lebenden sind in ihrem Fortbestehen und Wohlergehen abhängig von den Ahnen, die in menschlicher Gestalt, aber auch als Tiere, besonders Schlangen, Eidechsen und Krokodile dargestellt werden und durch Opfergaben geehrt werden müssen. Während der Initiation werden die jungen Männer in die Welt der Ahnen und des Urzeitgeschehens eingeführt und zum erstenmal mit mythischen Wesen konfrontiert, die sich in phantasievollen Maskenkostümen offenbaren. Zur Erinnerung an die Toten werden Figuren geschnitzt, die für kurze Zeit die Lebenskraft der Verstorbenen binden, bevor diese in neue lebenspendende Bahnen geleitet wird. Gabentausch festigt die Verbindungen zwischen einzelnen Familien, Dörfern und Inseln. Die seefahrerischen Kenntnisse der Mikronesier, die mit ihren hochseetüchtigen Auslegerbooten weite Strecken zurücklegten, sind bis heute beeindruckend. Darstellungen von polynesischen Gottheiten symbolisieren die Abstammung der Menschen von den Gottheiten, vergangene Generationen und den künftigen Fortbestand der Gesellschaft.

Begleitbuch, Führungen

Wissenschaftliche Auskunft:
Dr. Michaela Appel
Tel.: +49-89-2101 36-139

michaela.appel@mfv.bayern.de

Foto Malanggan-Figur
Malanggan-Figur: Vogel, Schlange und Mensch, Melanesien, Neuirland, Ende 19. Jh.

Foto Stechpaddel bemalt
Paddel mit Darstellung einer Fischfangszene, Melanesien, Salomonen, vor 1830

Foto Stabskulptur
Stabgottheit, die Abfolge der Generationen darstellend
Polynesien, Cook-Inseln, Rarotonga, vor 1830



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