Staatliches Museum für Völkerkunde München
Kunst und Kultur aus Afrika • Asien • Amerika • Ozeanien


 



DER ETHNOLOGISCHE SALON 2009

Eine Veranstaltungsreihe im Staatlichen Museum für Völkerkunde

Veranstalter: Staatliches Museum für Völkerkunde München
Unterstützt vom Freundes- und Förderkreis des Museums für Völkerkunde München e.V.
 

Seit nunmehr sieben Jahren besteht der Ethnologische Salon in München als Treffpunkt für all diejenigen, die sich für andere Kulturen und Zeiten interessieren. An (fast) jedem letzten Freitag im Monat werden im Foyer des Völkerkundemuseums inszenierte Lesungen zu unterschiedlichen ethnologischen Themen geboten. Überraschungsgäste, Filme, oder andere spannende Beiträge ergänzen die Abende. Anschließend ist in einem offenen Forum Zeit für anregende Gespräche. Für Speis und Trank sorgt max2, das Café im Völkerkundemuseum.

Wer sich für Ethnologie interessiert, geht auf die Reise – Reisen, die tatsächlich oder auch nur imaginär stattfinden. Und „echtes“ Reisen, ein sich Einlassen auf das Andere, Neue – also nicht einfach nur ein Ortswechsel - bedeutet Veränderung. Das ist nicht ungefährlich, kann aber sehr bereichernd sein. Und die Bereisten? Wo bleiben ihre Interessen?
Im Ethnologischen Salon 2009 stellen wir Ihnen Menschen vor, die sich mit diesem Thema auf unterschiedlichste Weise auseinander gesetzt haben. Lassen Sie sich überraschen, gehen Sie mit auf die Reise. Karin Sommer und Stefan Eisenhofer, die beiden Initiatoren und Organisatoren des Ethnologischen Salons, werden Sie wie immer moderierend durch die Abende begleiten.

Konzept und Organisation: Karin Sommer und Stefan Eisenhofer

Eintritt € 5,-/ erm. € 3,- je Abend, freier Eintritt für Mitglieder des Freundes- und Förderkreises des Museums für Völkerkunde

Freitagabend im Völkerkundemuseum: Ethno-logisch!

Programm 2009

Programmarchiv:

2008

2007

2006

2005

2004

2003

Ethnologischer Salon, Januar 2003

Besucher beim ersten ethnologischen Salon, Januar 2003
Foto: Barbara Schirpke

 

Programm 2009

Freitag, 30.1.2009, 19 Uhr
Andras Varsanyi
Weltmusik! Weltmusik? Weltmusik…

Sommerpause:
Mai - August

Freitag, 27.2.2009, 19 Uhr
Andreas Altmann
Im Land der Regenbogenschlange – Unterwegs in Australien

Freitag, 25.9.2009, 19 Uhr
Kundri Böhmer-Bauer
Tourismus - Fluch oder Segen?

Samstag, 28.3.2009, 19 Uhr
Stefan Eisenhofer
„Wild unter Wilden“ – Andro Linklater bei den „Kopfjägern“ Borneos

Freitag, 30.10.2009, 19 Uhr
Marianne Dötzer
Entwicklungsjahre in Afrika

Freitag, 24.4.2009, 19 Uhr
Maximiliane Saalfrank
Zur Kulturgeschichte des Hawaii-Hemdes

Freitag, 27.11.2009, 19 Uhr
Karin Sommer
Nicolas Bouviers „Erfahrung der Welt“



Texte zu den Veranstaltungen


Freitag, 30.1.2009, 19 Uhr

Andras Varsanyi:
Weltmusik! Weltmusik? Weltmusik…

  • Weltmusik: Ein Missverständnis? - Unpopuläre Anmerkungen von András Varsányi
  • Was hören wir eigentlich? - Musik der Kulturen: Einige Beispiele in Bild und Ton
  • Live-Musik aus Bali mit südindischen Rhythmen.
    Es spielen Alexander Gotowtschikow, Ursula Haydl, Christine Günther und András Varsányi
  • Offenes Forum
  • Moderation: Karin Sommer und Stefan Eisenhofer

Wir können zwar alle dieselbe Musik hören, aber jeder von uns wird sie unterschiedlich auffassen. Tatsächlich treten kulturelle Unterschiede selten besser zutage als durch die Musik, durch Hörgewohnheiten und ästhetische Konzepte. Diese Einsichten sind für Ethnomusikologen zwar "tägliches Brot", populär sind sie deswegen noch lange nicht, wird doch durch Schlagworte wie „Weltsprache Musik“ oder „Musik global“ suggeriert, dass Musik keine Grenzen kennt. Doch was ist eigentlich „Weltmusik“, welche Musik passt da hinein? Wer wählt das aus, wessen Geschmack ist das – unser eigener? Und was ist mit den anderen Kulturen, die da nicht hinein passen? Wenn man schon nicht über die „Es-gefällt-mir-einfach“-Schiene von einer Musik „gepackt“ wird, dann kann eventuell die Musikwissenschaft helfen, Zugang auch zu völlig anderen Musikkonzepten zu finden – und vielleicht später sogar Gefallen daran zu haben.

András Varsányi, der frischgebackene Leiter der Musikinstrumentensammlung des Münchner Stadtmuseums, beschäftigt sich seit nunmehr 30 Jahren intensiv mit anderen Musikkulturen. Als ausgebildeter Schlagzeuger war er insbesondere von der Welt des balinesischen Gamelan fasziniert und setzte sich damit intensiv auseinander. Er gründete schließlich eine eigene Gamelan-Gruppe, deren erste öffentliche Auftritte im Völkerkundemuseum München stattfanden, und zwar schon vor fast 30 Jahren anlässlich der großen Java-Bali-Ausstellung 1981.

Ein Abend über musikalische Missverständnisse, Global Players und die Faszination Musik.

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Freitag, 27.2.2009, 19 Uhr

Andreas Altmann:
Im Land der Regenbogenschlange – Unterwegs in Australien

  • Autorenlesung von Andreas Altmann aus seinem neuen Buch "Im Land der Regenbogenschlange"
  • "Auf Traumpfaden?" - Andreas Altmann im Gespräch mit der Journalistin Bina Löffler über Andreas Altmann und Bruce Chatwin, über das Reisen und das Schreiben
  • "Was tue ich hier?" - Ausschnitte aus Filmen über Bruce Chatwin
  • Offenes Forum
  • Moderation: Karin Sommer und Stefan Eisenhofer

"Australien von innen. Andreas Altmann auf Reisen. Er ist abenteuerlustig, radikal und poetisch – ein Reiseschriftsteller in der Nachfolge von Bruce Chatwin. Hitzköpfig und ohne jede Distanz schreibt er sich die Wut von der Seele. Trotzdem oder gerade deshalb sind seine Reisebücher – alles andere als die üblichen Reiseführer – ein echtes Erlebnis. Für Altmann muss das Reisen dem Reisenden Gefühle zumuten, die anstrengend sind und reich machen. In diesem Sinne hat seine Reise durch den 5. Kontinent den Autor überreich gemacht. Er hat keine Strapazen gescheut, um das Land von innen kennenzulernen, seine grandiose Schönheit und seine hässliche Fratze, die sich in gierigen Geschäftemachern ebenso manifestiert wie in unbelehrbaren Rassisten und skrupellosen Ausbeutern. Altmann hat Tage und Nächte im Greyhound verbracht und sich in die Wüste schicken lassen, hat mit verbitterten Aborigines geredet und den Lebensgeschichten großartiger Männer und Frauen gelauscht. Er hat pulsierende Städte durchstreift und selbst das graue Canberra überstanden. Er hat sich mit Australiens Legenden auseinandergesetzt und in Museen nach der Seele des Kontinents gefahndet. Er hat sich einige Schrammen geholt, aber vor allem viel Lebensfreude. Sein Buch über die lange australische Reise sei all jenen ans Herz gelegt, die nicht das Australien der Reisekataloge suchen, die Hintergründe wissen wollen, auch solche, die wehtun." Diesen Worten aus der AUGSBURGER ALLGEMEINEN über den Egon-Erwin-Kisch-Preisträger Andreas Altmann haben wir zunächst nichts hinzuzufügen.

Ein Abend über Down Under, die Zumutungen des Reisens und das Staunen an der Welt.

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Buchcover Altmann Regenbogenschlange

Foto Altmann

 


Samstag, 28.3.2009, 19 Uhr

Stefan Eisenhofer:
„Wild unter Wilden“ – Andro Linklater bei den „Kopfjägern“ Borneos

  • Inszenierte Lesung mit Karin Sommer und Stefan Eisenhofer aus dem Buch "Wild unter Wilden" von Andro Linklater
  • "Wilde überall – Eine kleine Phänomenologie des Fremd- und Außersichseins". Anmerkungen von Ernst Rebel (Professor für Kunstpädagogik an der LMU München)
  • "Das Wilde in uns". Ausführungen von Frank Heidemann (Professor für Ethnologie an der LMU München)
  • "Cannibal Tours" - Ausschnitte aus einem Film von Dennis O´Rourke (1988)
  • Offenes Forum
  • Moderation: Karin Sommer und Stefan Eisenhofer

Hoch oben in den dschungelbedeckten Bergen von Borneo sollen sie zu finden sein, die Kopfjäger vom "Stamme" der Iban, die tapfer allen Einflüssen der westlichen Welt trotzen – ein wahrhaft "wildes Volk"!
Somit sind die Iban geradezu prädestiniert, in das Schema der Time-Life-Reihe VÖLKER DER WILDNIS gepresst zu werden, um sie der staunenden westlichen Zivilisation vorführen zu können. Mit diesem Auftrag begibt sich der schottische Autor Andro Linklater in den Regenwald von Sarawak. Doch die Iban entsprechen so gar nicht dem Ideal des westlichen Vorurteils.
Debakel und Tragik dieses Aufeinandertreffens liefern Linklater den Stoff zu einer Komödie über "wilde Völker", in denen sich die Bedürfnisse, Defizite, Hoffnungen und Ängste unserer eigenen Gesellschaft spiegeln. Tatsächlich ist die Suche nach "den Wilden" und "dem Wilden" spätestens seit der Antike ein fester Bestandteil abendländischer Geistesgeschichte……

Ein Abend über Wildheit und Barbarei, über Sehnsüchte und Verdrängtes….und ein wenig auch über Borneo.

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Linklater: Wild unter wilden

wild unter Wilden

Lévi-Strauss: Das wilde Denken


Freitag, 24.4.2009, 19 Uhr

Maximiliane Saalfrank:
Zur Kulturgeschichte des Hawaii-Hemdes

  • Das Hawaii-Hemd. Entstehungsgeschichten um eine Ikone.
  • "Prints of paradise" - Südseeträume im Kleiderschrank: Eine kommentierte "Modenschau".
  • Bing Crosby, Burt Lancaster, Elvis und Co. - Ein Hemd erobert Hollywood: Eine kleine Filmgeschichte des Hawaii-Hemdes.
  • "Made in Hawaii" - Barack Obama und das Aloha-Shirt: Maximiliane Saalfrank im Gespräch mit Karin Sommer und Stefan Eisenhofer.
  • Offenes Forum

Moderation: Karin Sommer und Stefan Eisenhofer

Kleidung ist wie eine zweite Haut, so der Medientheoretiker Marshall McLuhan. Und das Hemd spielt in dieser künstlichen Leiblichkeit eine ganz besondere Rolle. Wegen seiner Intimität zum Hemdenträger wird es vielfach "magisch" mit der Person des Trägers gleichgesetzt. Hinweise darauf finden wir beispielsweise in europäischen Märchen. Das schlägt sich auch sprachlich nieder in typischen Redewendungen wie "sein letztes Hemd hergeben", "jemanden bis aufs Hemd ausziehen" oder "sich ins Hemd machen".
Mit der Etablierung der Kleidung von der Stange, in Amerika um 1850, veränderte sich die Bedeutung des Hemdes, denn nun konnten sich viele nicht nur ein Hemd, sondern mehrere Hemden kaufen. Gleichzeitig kam es zu einer "Demokratisierung" des Geschmacks, d.h. nur das Einfache galt als geschmackvoll. Viktorianische Einflüsse, die den Körper als "Quelle sündiger Leidenschaft" ablehnten, taten ein übriges. Zwanghaft achtete man nun auf das äußere Erscheinungsbild und das weiße Männerhemd wurde zum Inbegriff für Glaubwürdigkeit, Kompetenz und Redlichkeit. Umso verblüffender, dass dieser so auf korrektes Aus- und Ansehen bedachte amerikanische Mann auf einmal mit einem locker sitzenden, schrill-bunt gemusterten Hemd in Verbindung gebracht wurde.
Die Frage, ob die Liebe der Amerikaner zum Hawaiihemd tatsächlich so rätselhaft ist, treibt die Amerikanistin und Journalistin seit fast einem Vierteljahrhundert um. Mitte der 1980er Jahre hat sie auf Maui selbst erlebt, welch ein Hype auf "Vintage Aloha Shirts", also auf historische Gebrauchthemden, ausbrach und die Preise in schwindelnde Höhen trieb. Nicht zuletzt deshalb hat sie sich in ihrer Magisterarbeit intensiv mit dem Hawaiihemd als amerikanische Ikone beschäftigt.

Ein Abend über schrille Textilien, Kleiderweltordnungen und globale Sexsymbole - natürlich mit dem notwendigen Quäntchen Aloha.

 

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Hawaii Magnum

Hawaii Elvis

Hawaii-Toilette

Sommerpause: Mai - August


Freitag, 25.9.2009, 19 Uhr

Kundri Böhmer-Bauer:
Tourismus - Fluch oder Segen?

  • „Länder des schadhaften Lächelns“ – Szenische Lesung zu einem brisanten Thema
  • Bildet Reisen wirklich? Gibt es „guten“ und „bösen“ Tourismus? Was ist authentisch? -
    Kundri Böhmer-Bauer im Gespräch mit Karin Sommer und Stefan Eisenhofer
  • „Tourist sein“ – Filmausschnitte zum Thema „Massen- und Individualtourismus“
  • Offenes Forum

Moderation: Karin Sommer und Stefan Eisenhofer

Ob im Inland oder im Ausland, überall wird gereist, aber warum eigentlich? Welche Motive und Bedürfnisse stecken hinter dem weltweit wachsenden Reiseboom? Tourismus zählt zu den größten Wirtschaftszweigen und stellt laut „World Tourism Organisation“ in jedem dritten sogenannten „Entwicklungsland“ die Haupteinnahmequelle für Devisen dar. Doch was ist Tourismus, was bewegt Touristen? Wer begibt sich wann auf den Weg wohin? Was hat es mit der Jagd nach Authentizität auf sich? Wer bestimmt das touristische Angebot? Warum ist nahezu jeder von uns TouristIn, aber die wenigsten möchten so bezeichnet werden? Wo liegen die Unterschiede zwischen Massen- und Individualtourismus? Was sind die Auswirkungen von Tourismus auf Reisende und Bereiste? Welche Bevölkerungsgruppen sind von den verschiedenen Tourismusarten auf welche Weise betroffen? Wer sind die Initiatoren, wer sozial und wirtschaftlich die Nutznießer, wer die Verlierer? In welchen Bereichen kann sich Tourismus positiv, in welchen negativ auswirken? Was bedeutet Nachhaltigkeit im Tourismus? Solche und auch ganz andere Fragen werden im Ethnologischen Salon über das Reisen von verschiedensten Seiten beleuchtet.

Dr. Kundri Böhmer-Bauer ist Ethnologin, Lehrbeauftragte u. a. an der LMU München, interkulturelle Trainerin und war über 15 Jahre im Abenteuer- und Trekkingtourismus tätig. Sie hat mehr als 20 Länder in Afrika und Asien bereist, wodurch sie ihren wissenschaftlichen Blick um den praktischen bereichern konnte.

Ein Abend über das älteste Gewerbe der Welt!

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Freitag, 30.10.2009, 19 Uhr

Marianne Dötzer:
Entwicklungsjahre in Afrika

  • Von Bayern nach Benin – Entwicklungshilfe für wen? Ein Erfahrungsbericht in Gesprächen, Fotos und Filmen von und mit Marianne Dötzer
  • „Sie tragen die Welt auf dem Kopf“ – Geschichten über starke Frauen in Afrika (Gelesen von Karin Sommer)
  • „Entwicklung muß von unten kommen“ – Kritische Anmerkungen von Siegfried Pater (Bonn), Schriftsteller, Filmemacher, Ex-Entwicklungshelfer
  • Offenes Forum

Moderation: Karin Sommer und Stefan Eisenhofer

Nie war es cooler als heute, nach Schule oder Studium als freiwilliger Helfer für ein Entwicklungsprojekt ins Ausland zu gehen. Doch bringt das überhaupt etwas, wenn junge Menschen ohne Berufsausbildung und Erfahrung in solchen Projekten mitarbeiten? Handelt es sich dabei – zugespitzt formuliert - nicht in erster Linie um „Selbsterfahrungstrips“ für gelangweilte, sinnsuchende Wohlstandskinder?
Marianne Dötzer kam 1967 selbst als 23-jährige Entwicklungshelferin nach Benin in Westafrika. Sie sollte als Krankenschwester arbeiten, hatte aber so gut wie keine Berufserfahrung. Ins kalte Wasser geworfen, erwarb sie sich im Laufe ihrer Tätigkeit viele Kenntnisse, und lernte mindestens ebenso viel von den Einheimischen, wie diese von ihr und ihren Verbindungen profitierten.  Seit mehr als 40 Jahren besteht nun ihre Liebes-Beziehung zu Benin, besonders zu ihrem Dorf Gobada. Mit vielen „Gobadaern“ ist Marianne Dötzer befreundet, sie kennt unzählige Geschichten über die Familien und das Alltags-leben im Dorf, wo sie sich privat bis heute engagiert, besonders bei Frauen-, Bildungs- und Umwelt-projekten (www.hilfe-zur-selbsthilfe-web.info ).

Die Arbeit der Entwicklungshilfe, politisch korrekter: der Entwicklungszusammenarbeit, sieht sie dennoch ziemlich kritisch.  

Ein Abend über den Sinn und Unsinn von Entwicklungshilfe.

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Freitag, 27.11.2009, 19 Uhr

Karin Sommer:
Nicolas Bouviers „Erfahrung der Welt“

  • Lob der Reiselust – Lehren des Reisens: Texte von Nicolas Bouvier - Ausgewählt und gelesen von Karin Sommer
  • Reisen und Schreiben - Die Faszination Nicolas Bouvier:  Anmerkungen von Michael Ewert, Literaturwissenschaftler an der Ludwig-Maximilians-Universität München
  • "nicolas bouvier – 22 hospital street " -  Ausschnitte aus einem Film (2005) von Christoph Kühn über Nicolas Bouvier in Sri Lanka
  • Offenes Forum

Moderation: Karin Sommer und Stefan Eisenhofer

Fast zwei Jahre waren sie 1953/54 gemeinsam unterwegs, der Genfer Schriftsteller und Fotograf Nicolas Bouvier und der Maler Thierry Vernet. Mit einem klapprigen Fiat Topolino fuhren die beiden Freunde  "in sehr gemächlichem Tempo" über den Balkan, die Türkei, Persien, Pakistan nach Afghanistan. Weil sie sich Zeit nahmen, ohne an die Rückkehr zu denken, wurde ihre Reise zu einer außergewöhnlichen Form der Welt- und Selbsterfahrung.
Davon zeugt Bouviers hinreißender Reisebericht "Die Erfahrung der Welt". Die Fortsetzung dieser Unternehmung  führte den Autor nach Ceylon, wo er fast neun Monate verbrachte und in einer Flut von Krankheiten, Feindseligkeiten und Depressionen unterzugehen drohte. „Man denkt, dass man eine Reise macht“, heißt es dazu in dem Buch Der Skorpionsfisch, doch „dann stellt sich heraus, dass die Reise einen macht. Oder kaputt macht“.

Ein Abend über das Wegfahren, das Ankommen und die Gefahr des Nicht-Wieder-Zurück-Kommens.

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Für Speisen und Getränke sorgt vorher, währenddessen und nachher Max2, das Café im Völkerkundemuseum.