Staatliches Museum für Völkerkunde München
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Sonderausstellungen

 

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"Augenblick Afghanistan"
Angst und Sehnsucht in einem versehrten Land
16.11.2012 - 15.09.2013
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Zweigmuseum im Residenzschloss Oettingen i. Bay.
Letzte Ölung Nigerdelta.
Das Drama der Erdölförderung in zeitgenössischen Fotografien

12.10.2012 bis 15.9.2013

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Fotoausstellungen im Museumscafé
derzeit keine Fotoausstellung
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"Augenblick Afghanistan"
Angst und Sehnsucht in einem versehrten Land
16.11.2012 - 15.09.2013

Mehr als 30 Jahre Krieg und Verwüstung haben die Menschen in Afghanistan erlebt. Politische Instabilität, Gewalt, Korruption und Drogenökonomie prägen noch immer die Lage am Hindukusch. Frieden, Stabilität und Sicherheit scheinen weiterhin fern - auch nach dem für 2014 geplanten Abzug der ISAF-Truppen (International Security Assistance Force).

Erstmalig bietet die Ausstellung die Chance für einen Blick auf den Alltag der Menschen in Afghanistan – sowohl der seit 2001 an der ISAF-Mission beteiligten deutschen Soldaten als auch der Afghanen. Deren Lebenswelt, ihre Angst vor Krieg und ihre Sehnsucht nach Frieden, ihre Werte und Traditionen, stehen Seite an Seite mit den Lebensumständen der 4800 in Afghanistan stationierten Angehörigen der Bundeswehr im Mittelpunkt. Mehr als 50 haben bisher ihren Einsatz nicht überlebt. „Ich habe noch nie so tiefe Trauer, aber auch so unbändige Freude erlebt wie in den Einsätzen hier: Das ist Afghanistan“, erinnert sich eine deutsche Soldatin an ihre Zeit im Hindukusch.

Tobias Matern, Auslandskorrespondent der Süddeutschen Zeitung, hat Originalstimmen der Bundeswehrsoldaten eingefangen, die nun im Völkerkundemuseum zu hören sind. Zusammen mit von der Bundeswehr freigegebenen Einsatzfotos sowie Dokumentarfotos afghanischer Fotografen bilden sie ein intensives Spannungsfeld. Teppiche mit Kriegsmotiven tragen Kampfhubschrauber und Sturmgewehre in ihrem Musterschmuck, der zur geknüpften Zeugenaussage wird. 32 Objekte afghanischen Kunsthandwerks bereichern die Ausstellung um den Aspekt der Schönheit und der kleinen Freuden des Alltags. Viele Soldaten haben persönliche Erinnerungsstücke aus dem Auslandseinsatz zur Verfügung gestellt.

„Augenblick Afghanistan“ verleiht der Hoffnung auf die dringend ersehnte Normalität für das Land am Hindukusch vielstimmigen Ausdruck. In den Worten der afghanischen Künstlerin Shamsia Hassani: „Freiheit ist nicht, den Frauenschleier zu entfernen; Freiheit bedeutet, in Frieden zu leben!“

Download Flyer mit Begleitprogramm (PDF, 634 Kb)

Zur Ausstellung erscheint ein Begleitkatalog (€ 19,80), ISBN 987-3-927270-68-8

Abbildung: Flyer Augenblick Afghanistan

Abbildung: Foto eines Bundeswehrhubschraubers mit dem Titel: Verabschiedung gefallener Kameraden
Verabschiedung gefallener Kameraden
© Bundeswehr

s auf grüner Wiese, Titel: Träumen von einer heilen Welt
Träumen von einer heilen Welt
© Reza Yamak

Abbildung: Soldat und Mädchen beim Drachensteigen, Titel: Drachensteigen-Sehnsucht nach Lebensfreude
Drachensteigen-Sehnsucht nach Lebensfreude
© Bundeswehr



Zweigmuseum im Residenzschloss Oettingen i. Bay.
Letzte Ölung Nigerdelta.
Das Drama der Erdölförderung in zeitgenössischen Fotografien

12.10.2012 bis 15.9.2013

Abbildung: Foto Akintunde Akinleye: Ein Bewohner des dicht besiedelten Bezirkes Abule-Egba, eines Vororts von Lagos, wäscht sich nach dem Löschen eines Feuers den Ruß vom Gesicht. Eine Pipeline wurde in der Nacht davor von einer bewaffneten Bande angezapft und geriet in Brand, als die Anrainer den ausgelaufenen Treibstoff aufsammelten. Das Rote Kreuz gab an, dass das Feuer mindestens 269 Personen getötet und Dutzende verletzt hat. Der Brand dauerte vier Stunden. Lagos, 26. Dezember 2006
Akintunde Akinleye: Ein Bewohner des dicht besiedelten Bezirkes Abule-Egba, eines Vororts von Lagos, wäscht sich nach dem Löschen eines Feuers den Ruß vom Gesicht. Eine Pipeline wurde in der Nacht davor von einer bewaffneten Bande angezapft und geriet in Brand, als die Anrainer den ausgelaufenen Treibstoff aufsammelten. Das Rote Kreuz gab an, dass das Feuer mindestens 269 Personen getötet und Dutzende verletzt hat. Der Brand dauerte vier Stunden. Lagos, 26. Dezember 2006

Im April 2010 explodiert im Golf von Mexiko die Ölplattform Deepwater Horizon. Die folgenden Monate rücken eine sich anschließende Umweltkatastrophe in den Mittlelpunkt des weltweiten Medieninteresses.
Seit 1956 zerstört im westafrikanischen Nigeria die Erdölförderung durch Großkonzerne die Lebensgrundlage
der einheimischen Bevölkerung. Besonders im Nigerdelta herrschte einst Artenreichtum und Überfluss für Mensch und Tier. Doch seit Jahrzehnten nimmt eine Katastrophe ihren Lauf, deren Ausmaß kaum absehbar ist. Den fatalen Nebenwirkungen der Ölgewinnung im Nigerdelta wird jedoch wenig Aufmerksamkeit zuteil.

„Nirgendwo sonst auf der Welt verpestet die Ölförderung die Natur so sehr wie im Mündungsgebiet des Niger“, berichtet Arne Perras, Auslandskorrespondent der Süddeutschen Zeitung. „Internationale Konzerne verdienen Milliarden, den Menschen im Land bleiben nur Gift - und Gewalt“.

Bilder von Fotografen aus der betroffenen Region bezeugen ökologische und soziale Tragödien. Internationale Pressefotografen lassen Szenen von schlimmen Folgen der Ölproduktion im Nigerdelta vor unseren Augen ablaufen. Die Fotografien der Ausstellung machen Verschwiegenes sichtbar und bringen politische Inhalte in den künstlerischen Diskurs ein. Sie lassen keinen Zweifel an der Not der Menschen im Nigerdelta. Die Schwierigkeit, dort ein würdiges Leben zu führen, wird dem Betrachter begreiflich. Er bekommt direkten Einblick in die Ölproduktionsbedingungen vor Ort und wird Zeuge des Dilemmas in der Delta-Region. Dort müssen die Menschen zwar vielfach ohne Strom im eigenen Haus auskommen, sind der zerstörenden Wucht unkontrollierter Pipeline-Explosionen aber immer wieder ausgesetzt.

Die Bevölkerung hat gelernt, mit der alltäglichen Katastrophe zu leben. Ihr häusliches Umfeld steht in der Ausstellung in spannungsgeladener Beziehung zu mediengerecht inszenierten Bildern. Tatsächlich entstanden alle diese Fotos, um aufzurütteln und Aufmerksamkeit zu erregen. Gleichzeitig finden sie aber wegen ihrer formalen und ästhetischen Qualitäten Eingang in die internationale Kunstwelt.

Der documenta XII-Künstler George Osodi ist in der Ausstellung ebenso vertreten wie die international renommierten Fotografen Tim Hetherington (†), Ed Kashi, Chris Hondros, Kadir van Lohuizen und der auch als Mitkurator beteiligte Akintunde Akinleye. Weitere Fotografien stammen von Pius Utomi Ekpei, George Esiri, Jane Hahn, Uche James Iroha, Michael Kamber, Sunday  Ohwo, Jacob Silberberg, Sven Torfinn und Timipre Willis-Amah.

Ergänzt werden die Fotografien über das Nigerdelta durch Objekte und „traditionelle“ Kunstwerke aus dieser Region. Sie entstammen der Afrika-Sammlung des Staatlichen Museums für Völkerkunde München. In der Ausstellung stehen sie nicht nur als Meisterwerke traditioneller nigerianischer Bildhauer, sondern auch als mahnende Zeichen aus einer Welt, die rücksichtslos wirtschaftlichen Interessen geopfert wird.

Wissenschaftliche Auskunft
Dr. Stefan Eisenhofer
Telefon +49(0)89 210 136 138 (stefan.eisenhofer@mfv.bayern.de)

Zur Ausstellung gibt es ein umfangreiches Begleitprogramm

Katalog zur Ausstellung: 14.80 € (deutsche und englische Ausgabe)

Zudem werden Führungen für Schulklassen der Sekundarstufe und Erwachsene angeboten.
Anmeldung und Information:
Karin Guggeis, M.A.
Telefon: +49 (089) 210 136 140
(karin.guggeis@mfv.bayern.de)

Abbildung: Foto Michael Kamber: ein Boot mit maskierten MEND-Rebellen, die zur ethnischen Gruppe der Ijo gehören. Weiß und Rot zeigen die Zugehörigkeit der Kämpfer zum Kult des Kriegsgottes Egbesu an und sollen unter anderem vor feindlichen Kugeln schützen. 24. Februar 2006

Michael Kamber: ein Boot mit maskierten MEND-Rebellen, die zur ethnischen Gruppe der Ijo gehören. Weiß und Rot zeigen die Zugehörigkeit der Kämpfer zum Kult des Kriegsgottes Egbesu an und sollen unter anderem vor feindlichen Kugeln schützen. 24. Februar 2006


Abbildungen: Foto George Osodi: Ein junger Mann hat sich während einer Protestkundgebung am Isaac-Adaka-Boro-Gedenktag »HELP DELTA BOY« auf seinen Körper geschrieben. Kaiama, Bayelsa State, 2005 und Altarfigur. Oklenyi aus Akungaga. Südost-Nigeria. Mitte 20. Jhd. Holz. Höhe: 42 cm. Inv.-Nr. 97-319 304. Foto: S. Autrum-MulzerGeorge Osodi: Ein junger Mann hat sich während einer Protestkundgebung am Isaac-Adaka-Boro-Gedenktag »HELP DELTA BOY« auf seinen Körper geschrieben. Kaiama, Bayelsa State, 2005
und
Altarfigur. Oklenyi aus Akungaga. Südost-Nigeria. Mitte 20. Jhd. Holz. Höhe: 42 cm. Inv.-Nr. 97-319 304. Foto: S. Autrum-Mulzer.
Die Figur ist Teil einer Altargruppe, die Flußgeister darstellt und zu Heilungszwecken verwendet wurde.
Die weiße Körperbemalung verweist auf die Zugehörigkeit zur übermenschlichen Jenseitswelt. Oft wurden solche Altargruppen und Figuren geschaffen, um die Aufmerksamkeit
von übermenschlichen Wesen zu erregen, damit diese sich darin niederlassen.


Abbildung: Foto George Osodi: Explosion einer sabotierten Öl-Pipeline am Opobo-Kanal in Asagba Okwan Asarama, etwa 50 Kilometer südöstlich von Port Harcourt. Die Anrainer gaben an, dass mutmaßliche Milizkämpfer diese zwei Tage zuvor mit Dynamit in die Luft gesprengt hätten. Der dadurch ausgelöste Großbrand tötete acht Personen. Rivers State, 22. Dezember 2005

George Osodi: Explosion einer sabotierten Öl-Pipeline am Opobo-Kanal in Asagba Okwan Asarama, etwa 50 Kilometer südöstlich von Port Harcourt. Die Anrainer gaben an, dass mutmaßliche Milizkämpfer diese zwei Tage zuvor mit Dynamit in die Luft gesprengt hätten. Der dadurch ausgelöste Großbrand tötete acht Personen. Rivers State, 22. Dezember 2005

Fotoausstellungen in der Galerie im Max2,
dem Café im Museum für Völkerkunde

Derzeit keine Fotoausstellung.

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