Staatliches Museum für Völkerkunde München
Kunst und Kultur aus Afrika • Asien • Amerika • Ozeanien


 



Sonderausstellungen

 

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Letzte Ölung Nigerdelta.
Das Drama der Erdölförderung in zeitgenössischen Fotografien

17.3.2012 bis 16.9.2012
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Des Kaisers geschenkte Kleider
25 Meisterwerke textiler Kunst aus Asien.

Die Sammlung Marx.
2.2. bis 30.9.2012

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Kunstkabinett 5
Der Mondflüsterer
Indianische Druckkunst und Silberschmuck von der kanadischen Pazifikküste aus der Sammlung Larink
Sonderausstellung im Kunstkabinett der Ausstellung "Weiter als der Horizont - Kunst der Welt"
Ausstellungsdauer: 22.09.2011 - 29.04.2012

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Oya. Von osmanischer Mode zu türkischer Volkskunst
Ausstellung in der Ravi Gallery
20.05.2011 - 29.04.2012

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Fotoausstellungen im Museumscafé
derzeit keine Fotoausstellung
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Letzte Ölung Nigerdelta.
Das Drama der Erdölförderung in zeitgenössischen Fotografien

17.3.2012 bis 16.9.2012

Abbildung: Foto Akintunde Akinleye: Ein Bewohner des dicht besiedelten Bezirkes Abule-Egba, eines Vororts von Lagos, wäscht sich nach dem Löschen eines Feuers den Ruß vom Gesicht. Eine Pipeline wurde in der Nacht davor von einer bewaffneten Bande angezapft und geriet in Brand, als die Anrainer den ausgelaufenen Treibstoff aufsammelten. Das Rote Kreuz gab an, dass das Feuer mindestens 269 Personen getötet und Dutzende verletzt hat. Der Brand dauerte vier Stunden. Lagos, 26. Dezember 2006
Akintunde Akinleye: Ein Bewohner des dicht besiedelten Bezirkes Abule-Egba, eines Vororts von Lagos, wäscht sich nach dem Löschen eines Feuers den Ruß vom Gesicht. Eine Pipeline wurde in der Nacht davor von einer bewaffneten Bande angezapft und geriet in Brand, als die Anrainer den ausgelaufenen Treibstoff aufsammelten. Das Rote Kreuz gab an, dass das Feuer mindestens 269 Personen getötet und Dutzende verletzt hat. Der Brand dauerte vier Stunden. Lagos, 26. Dezember 2006

Im April 2010 explodiert im Golf von Mexiko die Ölplattform Deepwater Horizon. Die folgenden Monate rücken eine sich anschließende Umweltkatastrophe in den Mittlelpunkt des weltweiten Medieninteresses.
Seit 1956 zerstört im westafrikanischen Nigeria die Erdölförderung durch Großkonzerne die Lebensgrundlage
der einheimischen Bevölkerung. Besonders im Nigerdelta herrschte einst Artenreichtum und Überfluss für Mensch und Tier. Doch seit Jahrzehnten nimmt eine Katastrophe ihren Lauf, deren Ausmaß kaum absehbar ist. Den fatalen Nebenwirkungen der Ölgewinnung im Nigerdelta wird jedoch wenig Aufmerksamkeit zuteil.

„Nirgendwo sonst auf der Welt verpestet die Ölförderung die Natur so sehr wie im Mündungsgebiet des Niger“, berichtet Arne Perras, Auslandskorrespondent der Süddeutschen Zeitung. „Internationale Konzerne verdienen Milliarden, den Menschen im Land bleiben nur Gift - und Gewalt“.

Bilder von Fotografen aus der betroffenen Region bezeugen ökologische und soziale Tragödien. Internationale Pressefotografen lassen Szenen von schlimmen Folgen der Ölproduktion im Nigerdelta vor unseren Augen ablaufen. Die Fotografien der Ausstellung machen Verschwiegenes sichtbar und bringen politische Inhalte in den künstlerischen Diskurs ein. Sie lassen keinen Zweifel an der Not der Menschen im Nigerdelta. Die Schwierigkeit, dort ein würdiges Leben zu führen, wird dem Betrachter begreiflich. Er bekommt direkten Einblick in die Ölproduktionsbedingungen vor Ort und wird Zeuge des Dilemmas in der Delta-Region. Dort müssen die Menschen zwar vielfach ohne Strom im eigenen Haus auskommen, sind der zerstörenden Wucht unkontrollierter Pipeline-Explosionen aber immer wieder ausgesetzt.

Die Bevölkerung hat gelernt, mit der alltäglichen Katastrophe zu leben. Ihr häusliches Umfeld steht in der Ausstellung in spannungsgeladener Beziehung zu mediengerecht inszenierten Bildern. Tatsächlich entstanden alle diese Fotos, um aufzurütteln und Aufmerksamkeit zu erregen. Gleichzeitig finden sie aber wegen ihrer formalen und ästhetischen Qualitäten Eingang in die internationale Kunstwelt.

Der documenta XII-Künstler George Osodi ist in der Ausstellung ebenso vertreten wie die international renommierten Fotografen Tim Hetherington (†), Ed Kashi, Chris Hondros, Kadir van Lohuizen und der auch als Mitkurator beteiligte Akintunde Akinleye. Weitere Fotografien stammen von Pius Utomi Ekpei, George Esiri, Jane Hahn, Uche James Iroha, Michael Kamber, Sunday  Ohwo, Jacob Silberberg, Sven Torfinn und Timipre Willis-Amah.

Ergänzt werden die Fotografien über das Nigerdelta durch Objekte und „traditionelle“ Kunstwerke aus dieser Region. Sie entstammen der Afrika-Sammlung des Staatlichen Museums für Völkerkunde München. In der Ausstellung stehen sie nicht nur als Meisterwerke traditioneller nigerianischer Bildhauer, sondern auch als mahnende Zeichen aus einer Welt, die rücksichtslos wirtschaftlichen Interessen geopfert wird.

Wissenschaftliche Auskunft
Dr. Stefan Eisenhofer
Telefon +49(0)89 210 136 138 (stefan.eisenhofer@mfv.bayern.de)

Zur Ausstellung gibt es ein umfangreiches Begleitprogramm (Download, PDF 29 KB)

Katalog zur Ausstellung: 14.80 € (deutsche und englische Ausgabe)

Zudem werden Führungen für Schulklassen der Sekundarstufe und Erwachsene angeboten.
Anmeldung und Information:
Karin Guggeis, M.A.
Telefon: +49 (089) 210 136 140
(karin.guggeis@mfv.bayern.de)

Abbildung: Foto Michael Kamber: ein Boot mit maskierten MEND-Rebellen, die zur ethnischen Gruppe der Ijo gehören. Weiß und Rot zeigen die Zugehörigkeit der Kämpfer zum Kult des Kriegsgottes Egbesu an und sollen unter anderem vor feindlichen Kugeln schützen. 24. Februar 2006

Michael Kamber: ein Boot mit maskierten MEND-Rebellen, die zur ethnischen Gruppe der Ijo gehören. Weiß und Rot zeigen die Zugehörigkeit der Kämpfer zum Kult des Kriegsgottes Egbesu an und sollen unter anderem vor feindlichen Kugeln schützen. 24. Februar 2006


Abbildungen: Foto George Osodi: Ein junger Mann hat sich während einer Protestkundgebung am Isaac-Adaka-Boro-Gedenktag »HELP DELTA BOY« auf seinen Körper geschrieben. Kaiama, Bayelsa State, 2005 und Altarfigur. Oklenyi aus Akungaga. Südost-Nigeria. Mitte 20. Jhd. Holz. Höhe: 42 cm. Inv.-Nr. 97-319 304. Foto: S. Autrum-MulzerGeorge Osodi: Ein junger Mann hat sich während einer Protestkundgebung am Isaac-Adaka-Boro-Gedenktag »HELP DELTA BOY« auf seinen Körper geschrieben. Kaiama, Bayelsa State, 2005
und
Altarfigur. Oklenyi aus Akungaga. Südost-Nigeria. Mitte 20. Jhd. Holz. Höhe: 42 cm. Inv.-Nr. 97-319 304. Foto: S. Autrum-Mulzer.
Die Figur ist Teil einer Altargruppe, die Flußgeister darstellt und zu Heilungszwecken verwendet wurde.
Die weiße Körperbemalung verweist auf die Zugehörigkeit zur übermenschlichen Jenseitswelt. Oft wurden solche Altargruppen und Figuren geschaffen, um die Aufmerksamkeit
von übermenschlichen Wesen zu erregen, damit diese sich darin niederlassen.


Abbildung: Foto George Osodi: Explosion einer sabotierten Öl-Pipeline am Opobo-Kanal in Asagba Okwan Asarama, etwa 50 Kilometer südöstlich von Port Harcourt. Die Anrainer gaben an, dass mutmaßliche Milizkämpfer diese zwei Tage zuvor mit Dynamit in die Luft gesprengt hätten. Der dadurch ausgelöste Großbrand tötete acht Personen. Rivers State, 22. Dezember 2005

George Osodi: Explosion einer sabotierten Öl-Pipeline am Opobo-Kanal in Asagba Okwan Asarama, etwa 50 Kilometer südöstlich von Port Harcourt. Die Anrainer gaben an, dass mutmaßliche Milizkämpfer diese zwei Tage zuvor mit Dynamit in die Luft gesprengt hätten. Der dadurch ausgelöste Großbrand tötete acht Personen. Rivers State, 22. Dezember 2005

Des Kaisers geschenkte Kleider.
25 Meisterwerke textiler Kunst aus Asien

Die Sammlung Marx.
2.2. bis 30.9.2012


Erstmals ist im Völkerkundemuseum München die einzigartige Sammlung asiatischer Textilien von Claus-Peter Marx (gest. 2009) und Agnes Marx (gest. 2011) zu sehen.
Seit den 1970er Jahren trug das Tutzinger Sammler-ehepaar mit großer Begeisterung und Kennerschaft exquisite Textilien zusammen.
Die chinesischen Gewebe der Sammlung zeichnen sich durch ihr hohes Alter, ihre Farbenfreudigkeit und höchste Kunstfertigkeit in Stickerei und Verarbeitung aus.
Einige Textilien wurden für den chinesischen Kaiserhof der Ming-Zeit (1369-1643) gefertigt, wie sich aus dem Symbol des Drachens mit fünf Klauen (nicht nur vier wie
sonst üblich) und dem prachtvollen kaiserlichen Gelb ablesen lässt.
Der chinesische Kaiser zeichnete mit diesen besonderen Stoffen hohe Würdenträger aus, unter denen auch mongolische und tibetische Fürsten und Mönche waren. Eines der Gewebe ist daher in Form eines tibetischen Mönchsgewandes in der Ausstellung zu bewundern.
Zu den Glanzstücken der Sammlung Marx gehören eine Reihe feinster osmanischer Stoffe und Stickereien aus dem 16.-17. Jahrhundert, große repräsentative Tücher
aus Samt, Seide und Goldbrokat für den höfischen und vornehmen Wohnbereich.
Die Blütenmuster der Textilien erinnern an den Paradiesgarten, der nach islamischer Vorstellung ein Ort der vollkommenen Harmonie ist. Vergoldete Altarornamente und Götterstatuen aus tibetischen Tempeln bereichern die Präsentation.

Wissenschaftliche Auskunft: 
Prof. Dr. Jürgen Wasim Frembgen
Telefon +49 (0)89 210 136 141  (juergen.frembgen@mfv.bayern.de)
und Dr. Bruno Richtsfeld
Telefon +49(0)89 210 136 131 (bruno.richtsfeld@mfv.bayern.de)

Chinesische Löwenfigur

Textil-Motiv

Drachenmotiv



Weiter als der Horizont
Kunstkabinett 5:
Der Mondflüsterer
Indianische Druckkunst und Silberschmuck von der kanadischen Pazifikküste aus der Sammlung Larink


Sonderausstellung im Kunstkabinett der Ausstellung "Weiter als der Horizont - Kunst der Welt"
Ausstellungsdauer: 22.09.2011 - 29.04.2012

1979 "entdeckte" das Ehepaar Renate und Walter Larink erstmals die Kunst der indigenen Völker der kanadischen Nordwestküste und begann Siebdrucke, Schmuck und Holzschnitzereien zu sammeln.

Aus der Sammelleidenschaft entwickelten sich rasch persönliche Freundschaften zu den Künstlern aus British Columbia, Walter Larink wurde so zu einem der besten Kenner des zeitgenössischen Kunstschaffens der First Nations der kanadischen Pazifikküste.

Seit 2003 haben Renate und Walter Larink dem Staatlichen Museum für Völkerkunde München immer wieder in großzügiger Weise Stücke aus ihrer Sammlung übereignet.

Wir freuen uns, dass wir Ihnen nun eine Auswahl der Siebdrucke und des Silberschmucks aus der Sammlung Larink präsentieren können.

Wissenschaftliche Auskunft:
Dr. Wolfgang Stein
Tel. +49 (0)89 210 136 176
wolfgang.stein@mfv.bayern.de

Der Mondflüsterer

Der Mondflüsterer


Oya. Von osmanischer Mode zu türkischer Volkskunst

Ausstellung in der Ravi Gallery
20.05.2011 - 29.04.2012

Vor hundert Jahren war das Tragen von Oya (Nadelspitze) im osmanischen Reich Mode.Heute ist in der Türkei das Anfertigen der Oya beliebte Volkskunst.

Im frühen 19. Jahrhundert treten sie in Erscheinung - bunte Blüten aus feinster seidener Nadelspitze. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts sind sie bereits im ganzen osmanischen Reich verbreitet, in Kleinasien, auf dem Balkan, den Inseln der Ägäis, in Palästina und Ägypten. Oya schmücken Kopftücher, aber auch Fese und Geldbeutel.

Heute sind Oya türkische Volkskunst, werden mit Vorstellungen aus dem Volksglauben und alten Mythen verbunden. Die Oya sind nur noch selten aus Seide gearbeitet, sondern meist aus Nylongarn. Nach altem Brauch verwahrt man sie in der Aussteuertruhe, sie werden aber auch auf dem Bazar verkauft sowie im Internet angeboten.

Das Münchner Völkerkundemuseum zeigt Oya-Beispiele vom Ende des 19. Jahrhunderts bis in die heutige Zeit sowie zahlreiche Fotografien. Die Ausstellung wird unterstützt von der "Gesellschaft der Freunde Islamischer Kunst und Kultur" und der "Deutsch-Türkischen Gesellschaft Bayern" in München.

 


Fotoausstellungen in der Galerie im Max2,
dem Café im Museum für Völkerkunde

Derzeit keine Fotoausstellung.

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