Staatliches Museum für Völkerkunde München
Kunst und Kultur aus Afrika • Asien • Amerika • Ozeanien


 



Sonderausstellungen

 

zur Rückschau der Sonderausstellungen bitte hier klicken

Eastern APY Lands. Aboriginal Art aus Südaustralien
10. April bis 18. Mai 2014

[mehr]
From Samoa with Love?
Samoa-Völkerschauen im Deutschen Kaiserreich. Eine Spurensuche

31.Januar bis 5.Oktober 2014
[mehr]

Wechselnder Fotoschmuck im Museumscafé

Galerie der Fotografie
Historische Fotos aus dem Archiv des Staatlichen Museums für Völkerkunde München,
Folge 2.
Impressionen aus Thailand – Fotografien des Architekten Karl Siegfried Döring 1906-1913


[mehr]

Eastern APY Lands
Aboriginal Art aus Südaustralien

[Begleitprogramm (Download, PDF 275 KB)]

["Kunst der Eastern APY Lands" (mp3-Download)]

10.4.- 18.5.2014

Mit „Eastern APY Lands. Aboriginal Art aus Südaustralien“ zeigen wir Bilder der australischen Aborigines in Südaustralien. „APY“ steht für „Anangu Pitjantjatjara Yankunytjatjara”, „die Menschen der Sprachgruppen Pitjantjatjara und Yankunytjatjara.“ Sie bewohnen ein Gebiet, das etwa ein Zehntel der Landmasse Südaustraliens ausmacht. Aus jenem Landstrich, der auch als das „Seelenland der Anangu“ bezeichnet wird, sind die Künstlerkooperativen Ernabella Arts, Kaltjiti Arts, Mimili Maku und Iwantja Arts hervorgegangen. Ihre Mitglieder verweben über Jahrtausende mündlich überlieferte Geschichten, Liedzyklen, Tänze und Malerei so ineinander, dass Formen und Farben Klänge bekommen. Dadurch werden heilige Gesänge ihrerseits zu Bildern.

Die Ausstellung ist eine Hommage an die „Tjilpi“, die Ältesten unter den Wüstenkünstlern. Sie können noch Zeichen und Muster malen, die vielfach schon in Vergessenheit geraten sind. Mit ihrer Kunst besingen sie die heiligen Stätten in ihrem Land. Der Detailreichtum ihrer Werke lässt erahnen, welch wandelnde Enzyklopädien gerade diese ältesten Künstler sind. Die unmittelbare Faszination ihrer Bilder überträgt sich auch auf Betrachter, die noch nichts vom Land, der Schöpfungsgeschichte und der Identität der Menschen aus den Eastern APY Lands wissen.
„Ich bewahre die Kraft der Traumzeit meiner Mutter, indem ich sie male. Und ich reiche sie durch meine Gemälde an meine Familie weiter“, kommentiert die Malerin Tjunkaya Tapaya ihr Werk.

Mit dieser Kunst australischer Aborigines gastiert die Galerie ARTKELCH aus Freiburg erneut im Staatlichen Museum für Völkerkunde München. Die Ausstellung ist Teil der Reihe „Pro Community“, die jährlich indigene Kunst einer Region Australiens an verschiedenen Standorten vorstellt. Die Kunstwerke können als Unterstützung für die Spinifex-Menschen erworben werden.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog (€ 15,80),
ISBN 978-3-00-043697-0.

Weitere Informationen unter www.artkelch.de

Titelwerk

Dickie Minyintiri: "Watiku Inma Tjukurpa"
Acryl auf Baumwolle, 182 x 122, 2013
© Ernabella Arts/ARTKELCH

Portrait

Der Künstler Dickie Minyintiri im Atelier
© Alex Craig/Ernabella Arts

Cowboy Story

Peter Mungkuri: "Cowboy Story"
Acryl auf Baumwolle, 76 x76, 2013
© Iwantja Arts/ARTKELCH

From Samoa with Love?
Samoa-Völkerschauen im Deutschen Kaiserreich. Eine Spurensuche

[Flyer & Begleitprogramm (Download, PDF 990 KB)]

["Samoa, die Perle der Südsee" (mp3-Download))]

31. Januar 2014 bis 5.Oktober 2014

Zwischen 1895 und 1911, am Vorabend des Ersten Weltkrieges, reisten mehrere Gruppen meist ranghoher Samoaner mit Völkerschauen nach Deutschland. Begleitet wurden sie von zwei Impresarios, den Brüdern Fritz und Carl Marquardt. Für das Publikum waren die Völkerschauen in erster Linie Amüsement und eine Möglichkeit, Sehnsüchte nach einem gerade populär werdenden „Zurück zur Natur“ und dem „ungekünstelten Leben“ zu stillen. Die Kosten und Gefahren einer weiten Reise musste man deswegen aber nicht auf sich nehmen. Denn Völkerschauen, bei denen das zahlende Publikum „für fünfzig Pfennig um die Welt“ reisen und dabei „typische“ Kulturtätigkeiten der Samoaner wie Tänze, Musik und Waffenspiele erleben konnte, gastierten in Vergnügungsparks, Theatern, Panoptiken - und sogar zoologischen Gärten. Viele Völkerschauen tourten durch ganz Mitteleuropa und erreichten so ein Millionenpublikum. Dabei prägten sie entscheidend und langfristig die Vorstellungen, die man sich hierzulande von fremden Kulturen macht(e).

Doch was wissen wir über Motive, Schicksale und Lebenswege der samoanischen Reisenden, die für mehrere Monate und manchmal sogar Jahre angeworben waren? Waren diese Menschen womöglich alle gegen ihren Willen von den Kolonialherren nach Deutschland gebracht worden, um dann vor einem sensationslüsternen und voyeuristischen Publikum zur Schau gestellt zu werden? Was waren die Beweggründe der deutschen Organisatoren? Welches Echo fanden Samoa-Schauen in der deutschen Öffentlichkeit? Was für eine Rolle spielten dabei für das europäische Auge kurios anmutende Kunst- und Gebrauchsgegenstände der samoanischen Kultur, die teilweise ihren Weg in völkerkundliche Museen gefunden haben?

Die Ausstellung nimmt den Besucher auf eine Spurensuche durch Deutschland und Samoa mit, macht ihn bekannt mit Entdeckungen in Archiven, Privatsammlungen und samoanischen Dörfern. Ausstellungsgegenstände der Sammlung Marquardt offenbaren ihre Bedeutung, vermengen sich mit den Stimmen von heute lebenden Nachfahren der ehemaligen Völkerschau-Darsteller. Aus Phantasien und Schwärmereien von Kunstschaffenden der Kaiserzeit wie Joachim Ringelnatz, Dresdner „Brücke“-Malern und etablierten Vertretern der Berliner Akademie der Künste im Angesicht „exotisch“ wirkender Samoanerinnen hallt die zeitgenössisch-romantische Einstellung zum Fremden wider. „Ach, die von Samoa!“

Insgesamt entsteht ein vielfarbiges Bild, in dem nicht zuletzt die Lebensverhältnisse, Motive und mit ihrem Deutschlandbesuch verknüpften Ziele und Strategien der samoanischen Völkerschau-Reisenden im Vordergrund stehen.

Mit Werken des Neuseeländers Michel Tuffery landet die Ausstellung mitten in der Gegenwartskunst. Einige seiner Arbeiten thematisieren deutsch-samoanische Geschichte und entstanden durch die Inspiration ethnografischer Objekte aus der Sammlung des Münchner Völkerkundemuseums.

Michel Tuffery

Michel Tuffery vor Kämmen seines
Siamani-Samoa-Zyklus.
© Michel Tuffery

Unsere Neuen Landsleute

Titelblatt der Programmbroschüre
„Unsere neuen Landsleute“ mit einem
samoanischen Krieger vor deutschen Fahnen, 1900.
© Stadtmuseum Berlin.


Halsschmuck

Halsschmuck aus Pottwalzähnen.
© Staatliches Museum für Völkerkunde München.

 

Porträt

Tai Taupa´u aus Manono, 1896.
Tochter eines Häuptlings.
Privatsammlung.


"Impressionen aus Thailand"

Fotografien des Architekten Karl Siegfried Döring
1906-1913

Das Bildarchiv des Staatlichen Museums für Völkerkunde zeigt derzeit in der Galerie der Fotografie im Treppenaufgang 34 Reproduktionen von historischen Bildern aus Thailand aus dem Archiv von Karl Siegfried Döhring.

Zwischen 1906 und 1913 hielt sich Döhring in Siam auf, zunächst als Ingenieur in dem Königlich Siamesischen Eisenbahndepartment, später als Architekt und Ingenieur beim siamesischen Innenministerium und als Erster Architekt des Königs Chulalongkorn (reg. 1868-1910). Ab 1912 führte er archäologische Ausgrabungen und Begutachtungen in den nördlichen Provinzen Siams durch.

Die ausgestellten Fotografien zeigen das Königliche Siam von der Regierungszeit von König Mongkut (1851-1868) bis hin zu König Vajiravudh (1910-1925). Dargestellt sind u. a. Personen des siamesischen Hofes, Hoffeierlichkeiten, das Alltagsleben in den Kanälen um Bangkok sowie Verbrennungsfeierlichkeiten angesehener Prinzen.

„Die schönste Zeit meines Lebens verbrachte ich in Siam, wo ich vor dem Kriege lange Regierungsbeamter war. […] Unvergesslich blieben mir die märchenhaften Feste in der Hauptstadt, die unbeschreibliche Pracht, die bei den Umzügen und gewaltigen Prozessionen zu Wasser und Lande entfaltet wurde, die buddhistischen Feiern in den goldstrahlenden, kostbaren Tempeln, die prunkvollen Theateraufführungen in mondhellen Nächten, die formvollendeten Tänze schöner Frauen, die dämonischen Schattenspiele mit den lebensgroßen, kunstvoll aus Büffelleder geschnittenen Figuren.“ (Döhring, K.S./ Ravi Ravendro, 1936: Flucht aus Buddhas Gesetz)

 

 

Königlicher Prinz

Königlicher Prinz für die
Haarschneidezeremonie geschmückt.
Foto: Karl Siegfried Döhring.
© Staatliches Museum für Völkerkunde